Skip to main content

Informationen zum Ständigen Diakonat

Liebe Gemeinde, liebe Besucher der Internetseite von St. Michael.

Am 10 März werde ich durch den Hochwürdigen Herrn Erzbischof von Paderborn, Hans-Josef Becker zum Diakon geweiht.
Ich möchte Ihnen dazu an dieser Stelle einige Informationen zu mir, zur Ausbildung und zum Diakonat selbst geben.

 
 

Steckbrief

Name:

Andreas Hintermüller

Geb.:

15.07.1966 (i.M. also 43  Jahre alt)

Geburtsort:

Unna

Familienstand:

verheiratet, 2 Kinder (13 und 16 Jahre alt)

Beruf:

eigentlich Beamter im techn. Dienst bei der Postbank.
Z.Zt. aber aufgrund einer Sonderregelung als techn. Angestellter im IT-Bereich bei einer Tochterfirma der Postbank.

eMail:

andreas@hintermueller.de

 

Der Ständige Diakonat

Es gab in der Kirche fast von Anfang an neben dem Bischofs- und dem Priesteramt ein weiteres, drittes Amt,

das Amt des Diakons.

Dieses Amt wurde im Mittelalter in der katholischen Kirche auf eine "Durchgangsstufe" für Priesteramtskandidaten reduziert. Erst das II. Vatikanische Konzil hat sich wieder auf das Amt des Diakons und seine Bedeutung für die Kirche und vor allem für das Leben der Gemeinde besonnen und den so genannten Ständigen Diakonat wieder eingeführt. Dieses Amt heißt Ständiger Diakonat, weil es eben keine Vorstufe zum Priesteramt, sondern ein eigenständiges neben dem Priester- und Bischofsamt darstellt. Es ist also auf Dauer angelegt und im Gegensatz zum Priesteramt auch verheirateten Männern (ab 35 Jahren) zugänglich.

Die Aufgabenbereiche in denen ein Diakon sich einbringen kann sind vielfältig.

  • So kann er sich z.B. in der Diakonie, also in der Fürsorge einbringen, und sich um die kümmern, die am Rand der Gemeinde stehen, um Jugendliche, Arme, Kranke, Neuzugezogene, Orientierung Suchende, Alleingelassene, Menschen in Notlagen u.v.m.
  • Ein weiteres Aufgabenfeld kann die Liturgie sein. Dort kann er das Wort Gottes zu den Menschen bringen. Er verkündet im Gottesdienst das Evangelium, darf predigen, taufen, die Assistenz beim Ehesakrament übernehmen, beerdigen, kann Sakramentalien (z.B. den Blasiussegen, oder das Aschenkreuz) austeilen.
  • Er kann sich um Weiterbildung der Gemeindemitglieder, der Lektoren, der Kommunionhelfer, etc. kümmern.
  • ...

Alle Möglichkeiten hier aufzuzählen würde zu weit führen.

Der Ständige Diakon mit Zivilberuf

Es gilt allerdings zu beachten, dass es den Ständigen Diakon im Erzbistum Paderborn nur in der Form des Ständigen Diakons mit Zivilberuf gibt. Wie der Name schon andeutet, bleibt der Ständige Diakon in seinem Hauptberuf tätig. Er ist also in erster Linie weiter Familienvater und zur Versorgung seiner Familie in seinem Zivilberuf tätig. Erst danach steht er der Kirchengemeinde als Diakon zur Verfügung. Obwohl der Diakon das Sakrament der Weihe empfängt und damit dem Klerus angehört, ist die Tätigkeit des Ständigen Diakons mit Zivilberuf in erster Linie eine Ehrenamtliche.
Genau diese Reihenfolge (Familie -> Hauptberuf -> Diakonat) betont übrigens auch der Erzbischof ausdrücklich.
Ich bitte also um Verständnis, wenn ich der Gemeinde nicht in allen Aufgabenfeldern rund um die Uhr zur Verfügung stehe.

Die Ausbildung

Voraussetzung für die Zulassung zum Ständigen Diakonat mit Zivilberuf sind ein mittlerer Bildungsabschluss und eine abgeschlossene Berufsausbildung. Nach Annahme durch ein entspr. Gremium des Erzbistums beginnt die Ausbildung dann mit dem Studium des Grundkurses “Der christliche Glaube” von “Theologie im Fernkurs” der Domschule Würzburg. Dieser beinhaltet neben dem Studium von Lehrbriefen zu vielen theologischen, philosophischen und ethischen Themen auch zwei Präsenzphasen (ein Studienwochenende und eine Studienwoche). Nach ca. 18 Monaten wird das Grundstudium durch eine einzureichende, schriftliche Hausarbeit und eine mündliche Prüfung abgeschlossen.

Im Anschluss folgt der ebenfalls ca. 18 Monate dauernde Aufbaukurs von “Der christliche Glaube”, der wiederum 2 Präsenzphasen enthält und neben der Hausarbeit und der mündlichen Prüfung auch noch zwei Klausuren (nach neuer Studienordnung nur noch eine) beinhaltet.

Parallel zum Aufbaustudium beginnt die Ausbildung durch das Erzbistum. Dazu werden Diakonatsbewerberkreise gebildet, deren Teilnehmer durch einen geistlichen Mentor begleitet werden und sich in der Regel einmal pro Monat für einen Tag treffen um sich mit verschiedensten geistlichen, theologischen aber auch praktischen Themen auseinander zu setzen. Dieser Teil der Ausbildung dauert ungefähr 3 - 3 1/2 Jahre.

Im dritten Ausbildungsjahr erhalten die Bewerber die sogen. “Liturgische Beauftragung” zum Akolythat und Lektorat durch einen Bischof oder Weihbischof. Spätestens ab diesem Zeitpunkt sollen Sie in ihren jeweiligen Gemeinden Aufgaben des Lektors und des Kommunionhelfers übernehmen. Ausserdem dürfen Sie in der Hl. Messe nach der Kommunion die Reinigung der liturgischen Gefäße übernehmen.

Im vierten Jahr erfolgt dann die Admissio, die offizielle Aufnahme unter die Kandidaten für die Diakonenweihe, die wiederum durch einen (Weih-)Bischof vorgenommen wird.

Die Diakonenweihe

Am Ende der Ausbildung schließlich erfolgt die Weihe zum Diakon. Bei den Ständigen Diakonen mit Zivilberuf findet sie im Erzbistum Paderborn durch den Erzbischof im Hohen Dom zu Paderborn statt.

Anmerkungen

Zum Schluss möchte ich noch einige Hinweise geben, die mir wichtig erscheinen und Antworten auf Fragen geben, die mir immer wieder gestellt worden sind:

  • Der Ständige Diakon ist zwar durch seine Weihe Mitglied des Klerus, aber seine Tätigkeit ist weitgehend mit einem Ehrenamt vergleichbar und wird (außer einer monatlichen Aufwandsentschädigung in sehr geringem Umfang) nicht entlohnt.
  • Wie oben ja bereits angedeutet ist es möglich, dass Ständige Diakone verheiratet sind. Allerdings dürfen Sie nach der Weihe nicht mehr heiraten, auch nicht im Falle des Todes der Ehefrau (es gibt jedoch Sonderregelungen, wenn etwa kleine Kinder zu versorgen sind).
  • Die Ehefrau muss gegenüber dem zuständigen Bischof ausdrücklich und persönlich ihr Einverständnis erklären. Sonst kann keine Weihe stattfinden.
  • Der Diakon ist kein “Hilfspfarrer” und auch nicht dazu da, den Pfarrer bei seiner Tätigkeit in großem Umfang zu entlasten. Ebenfalls liegen seine Hauptaufgaben i.d.R. nicht im Bereich der Liturgie, sondern in der Gemeindearbeit und -fürsorge.
  • Ein Diakon darf keine Beichte hören und daher auch nicht das Sakrament der Krankensalbung spenden, da die Beichte Bestandteil der Krankensalbung ist.
  • Der Diakon kann nicht (etwa in Vertretung des Pfarrers) die Hl. Messe feiern, da er der Eucharistie nicht vorstehen darf.

Sollten Sie weitere Fragen haben, sprechen Sie mich gerne an, oder schreiben mir eine eMail.

Andreas Hintermüller